Jusos besuchen Bergwerk Ibbenbüren

22. Februar 2014 von Kai Brandebusemeyer

Ibbenbüren. Die Jusos Kreis Steinfurt haben am letzten Mittwoch, den 12. Februar an einer Grubenfahrt ins Bergwerk RAG Anthrazit Ibbenbüren teilgenommen. Dabei erlebte der SPD-Nachwuchs nicht nur, wie schweißtreibend Arbeit unter Tage ist, sondern auch, mit welchen Sorgen die Kumpels nun dem Jahr 2018 entgegensehen, das das Ende für den Steinkohlebergbau in Deutschland bringen wird: „Hier wird viel Innovation rücksichtslos und für immer weggeworfen.“

Tatsächlich ist eine eventuelle Wieder-Inbetriebnahme oder auch eine Weiterführung des Bergbaus nicht nur politisch unwahrscheinlich, sondern inzwischen aufgrund des Fachkräftemangels, der hohen Kosten, der Umweltbestimmungen und nicht zuletzt wegen Mutter Natur selbst völlig ausgeschlossen, wie die Jusos am Mittwoch erfahren mussten. Knapp zwei Stunden wurden die Jusos in 1215 Metern Tiefe durch die Schächte geführt, vorbei an ratternden Förderbändern, Grubenbahnen, Luftleitungen und schweren technischen Geräten, geschützt einzig und allein durch eine Stahlbeton-Konstruktion, die Gas, Wasser und tausende Tonnen Gestein und Geröll zurückhält. Die Luft im Tunnelvortrieb ist staubig, es herrschen 38 Grad Celsius und die schweren Bergbaumaschinen machen einen ohrenbetäubenden Lärm. Fakt ist, dass ohne regelmäßige Wartung kein einziger Stollen, kein einziger Tunnel und kein einziger Schacht diesen Kräften lange standhalten kann. „Die Politik denkt, dass wenn wir mal wieder in Zukunft die Kohle brauchen sollten, wir die ganze Zeche wieder schnell zum Laufen kriegen. – Falsch gedacht.“, resümiert ein Bergmann. Auch viel Innovationskraft gehe verloren, ist das Bergwerk doch voll von High-Tech-Instrumenten, zum Teil sogar direkt in Ibbenbüren entwickelt. Spitzhacken gibt es schließlich keine mehr, dafür Computer und gigantische mechanische Kohlehobel.

Gerade deshalb möchten sich die Jusos wenigstens für den Erhalt des angeschlossenen Ausbildungszentrums einsetzen, das nicht nur einer der größten Ausbildungsbetriebe in der ganzen Region ist, sondern noch einen großen Teil der Technologie aus dem Bergbau für andere Unternehmen im Tecklenburger Land erhalten kann: „Es geht nicht nur um den Erhalt einer langen Ibbenbürener Tradition, sondern um Arbeitsplätze und die Existenzgrundlage hunderter junger Menschen in der Region.“