Jugendpolitik

Ibbenbürener SPD setzt sich für die Einrichtung einer Gesamtschule in Ibbenbüren ein

20. Dezember 2010 von Thomas Schäfer

Nach eingehender Diskussion hat sich die SPD Fraktion im Rat der Stadt Ibbenbüren dazu entschlossen, die Verwaltung damit zu beauftragen, die Möglichkeiten der Einrichtung einer Gesamtschule in Ibbenbüren zu prüfen. Ein entsprechender Antrag ist seitens der Fraktion dem Bürgermeister zugeleitet worden.

Die Fraktion hat sich einmütig, sollten die baulichen und auch organisatorischen Maßnahmen für die Einrichtung einer Gesamtschule geschaffen werden können, dafür ausgesprochen, im Schuljahr 2012/2013 das Schulangebot in Ibbenbüren um eine Gesamtschule zu erweitern. Die Zahl derjenigen Schüler, die jährlich von den umliegenden Gesamtschulen abgewiesen werden müssen, insbesondere auch derjenige, die in Saerbeck abgewiesen werden, zeige deutlich, dass die Gesamtschule gerade nicht nur als eine andere Form der Haupt- oder Realschule von den Eltern verstanden werde, sondern das die Gesamtschule in ihrer besonderen konzeptionellen Bedeutung neben dem vorhandenen dreigliedrigem Schulsystem gesehen werde. „Die Einrichtung einer Gesamtschule als Ort des integrierten und längeren gemeinsamen Lernens entspricht offenbar dem Elternwillen und auch den bildungspolitischen Lehren, die aus der PISA-Studie gewonnen werden konnten,“ so der SPD-Fraktionsvorsitzender Hermann Hafer.

Nach Auffassung der SPD Fraktion soll die Verwaltung kurzfristig prüfen, ob und wie eine Gesamtschule in Ibbenbüren eingerichtet werden kann, insbesondere welche möglichen Standorte es für eine solche Gesamtschule gibt. Des Weiteren wurde die Verwaltung beauftragt, auch Reaktionsmöglichkeiten auf den dramatischen Rückgang der Schülerzahlen an den Hauptschulen zu erarbeiten.

Kopfnoten gehören der Vergangenheit an

20. Dezember 2010 von Thomas Schäfer

Der Landtag beschloss am 15.12.2010 die “kleine Schulgesetznovelle”, mit der Teile der schwarz-gelben Schulpolitik rückgängig gemacht werden. Mit dem Gesetz werden die Kopfnoten mit sofortiger Wirkung wieder abgeschafft. Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte sie 2007 eingeführt, um das Sozialverhalten von Schülern bewerten zu lassen. Die bisherigen Ziffernnoten sollen durch Text-Beilagen zum Zeugnis ersetzt werden. Die Schulkonferenz soll zukünftig beschließen, in welcher Form Aussagen zum Sozialverhalten getroffen werden sollen.

Des Weiteren ändert Rot-Grün mit dem neuen Gesetz die Zusammensetzung der Schulkonferenzen – Lehrer, Schüler und Eltern erhalten wieder gleich viele Stimmen (“Drittelparität”). Die Mitbestimmung der Schüler im Verhältnis zu Lehrern und Eltern wird hierdurch gestärkt.

Außerdem sollen die Lehrergutachten, für welche Schulform ein Viertklässler geeignet ist, nur noch empfehlenden Charakter haben und sind für die Eltern nicht mehr bindend. Die Stellung der Eltern wird dadurch gestärkt. Sie haben nach Beratung mit der Grundschule das letzte Wort.

Die sogenannte kleine Schulreform trifft im Übrigen keine Regelungen zur geplanten Einführung von Gemeinschaftsschulen. Sie sollen zunächst erprobt werden. Teil der Reform ist aber eine Neuregelung zu den Einzugsbezirken für Grundschulen. Schulträger dürfen solche Bezirke wieder einführen.

Ministerin Löhrmann (Grüne) kündigte bezüglich  der Verkürzung der Gymnasialzeit (“Turbo-Abitur”) an, den Schulen bei der Entlastung der Schüler zu helfen. Es soll ein “neues Gleichgewicht zwischen Hausaufgaben und Schulaufgaben” geschaffen werden. Dazu gehöre, “dass nach einem Schultag bis in den Nachmittag für Hausaufgaben kein Platz mehr ist”, sagte sie. Die Landesregierung will auch den Ausbau der Ganztagsbetreuung vorantreiben.

Veith Lemmen, Landesvorsitzender der NRW Jusos, nahm zur Abschaffung der Kopfnoten wie folgt Stellung: „Ade Kopfnoten und verbindliche Grundschulgutachten, willkommen Drittelparität! Das sind gute Nachrichten, über die wir Jusos uns über die Maßen freuen. Die unsinnigen Entscheidungen der ehemaligen Landesregierung aus CDU und FDP sind damit endlich vom Tisch. Lange haben wir gemeinsam mit der NRWSPD für diese Änderungen gekämpft. Wir danken der Koalition dafür, dass sie diesen Schritt noch in diesem Jahr gegangen ist und damit ein wichtiges Wahlversprechen an die junge Generation eingelöst hat.